erhebendeGedanken
Sandra Cardamone's Auswahl
Den Kindern nicht immer etwas bieten. Wenn eine Mama für ihre Kinder mal langweilig ist, dann hat sie mehr Freiraum für sich.
Sriram
Gestern – Heute – Morgen
Es gibt in jeder Woche zwei Tage, über die wir uns keine Sorgen machen sollten. Zwei Tage, die wir freihalten sollten von Angst und Bedrückung.
Einer dieser zwei Tage ist gestern mit all seinen Fehlern und Sorgen, geistigen und körperlichen Schmerzen. Das Gestern ist nicht mehr unter unserer Kontrolle! Alles Geld der Welt kann das Gestern nicht zurückbringen; wir können keine einzige Tat, die wir getan haben, ungeschehen machen. Wir können nicht ein Wort zurücknehmen, das wir gesagt haben. Das Gestern ist vorbei!
Der andere Tag, über den wir uns keine Sorgen machen sollten, ist das Morgen mit seinen möglichen Gefahren, Lasten, großen Versprechungen und weniger guten Leistungen. Auch das Morgen haben wir nicht unter unserer sofortigen Kontrolle.
Morgen wird die Sonne aufgehen, entweder in ihrem vollen Glanz oder hinter einer Wolkenwand. Aber eins steht fest: Sie wird aufgehen! Bis sie aufgeht, sollten wie uns nicht über morgen Sorgen machen, weil morgen noch nicht geboren ist.
Da bleibt nur ein Tag übrig: heute!
Jeder Mensch kann nur die Schlacht von einem Tag schlagen. Daß wir zusammenbrechen, geschieht nur, wenn Du und ich die Last dieser zwei fürchterlichen Ewigkeiten – gestern und morgen – zusammenfügen. Es ist nicht die Erfahrung von heute, die die Menschen verrückt macht; es ist die Reue und Verbitterung für etwas, was gestern geschehen ist, oder die Furcht vor dem, was das Morgen wieder bringen wird.
HEUTE ist das MORGEN, worüber wir uns GESTERN Sorgen gemacht haben.
Al-Anon
Die Gesellschaft der Bäume
Suche sie immer wieder auf, sie ist so bereichernd: die Gesellschaft der Bäume. Wohin immer dich dein Weg führt, wenn du nur nicht an ihnen vorbeigehst.
Was du von den Bäumen lernen kannst: was leben ist, zutiefst und ganz leben. Treu sind sie. Treue verbindet sie mit der Erde, mit den Vögeln, miteinander. Und wie aufgeschlossen sind sie für alles, was von oben kommt, wie empfänglich sind sie für das Licht - Weisheit lernst du von den Bäumen, Lebensweisheit.
Habe Respekt vor ihnen, vor ihrer Würde. Sie erheben deine Gedanken. Sie begleiten dich auf deinem Weg.
Hans Bouma
Früh am Morgen
Früh am Morgen fing es schon an. Wie das Licht dich zu finden wusste - dich enträtselte und umarmte. Leise vor dich hin summend, kamst du aus dem Gewebe der Nacht zum Vorschein. Als ob du neu geboren wurdest. Welch ein Tag von vollkommener Klarheit. Untrüglich weißt du, wer du bist.
Wie eine Haut umhüllt die dein Name. Sicher bist du - über dich selbst, über den Weg, den du zu gehen hast. Deine Bestimmung steht fest. Welch ein Tag! Hin und wieder soll dir so ein Tag geschenkt werden. Mal keine Fragen, keine Zweifel, keine Undurchsichtigkeit. Hin und wieder musst du in deiner eigenen Wesensart, in deiner ganzen Pracht ans Licht kommen.
Hans Bouma
Die Straßen Londons
Eines Tages ging ich durch die Straßen Londons. Ich sah einen Mann, der zusammengekauert da saß, er schien einsam und verlassen. Als er mich bat, ich solle mich zu ihm niederbeugen, blieb ich stehen, nahm ihn bei der Hand, schüttelte sie und fragte ihn, wie es ihm gehe.
Er blickte auf und sagte: „Nach langer Zeit spüre ich endlich wieder die Wärme einer menschlichen Hand, nach so langer Zeit...“ Seine Augen leuchteten auf, und er setzte sich aufrecht hin. Schon dieses bißchen Wärme einer menschlichen Hand brachte Freude in sein Leben. Du mußt das einmal erleben. Du mußt deine Augen weit öffnen und ebenso handeln.
Mutter Teresa
Meditation über Mandarinen
Wenn ich dir mit einer frisch gepflückten Mandarine eine Freude machen will, hängt das Maß, in dem du sie genießen wirst, glaube ich von deiner Achtsamkeit ab. Wenn du frei von Sorgen und Ängsten bist, wirst du die Mandarine mehr genießen können. Bist du wütend oder hast du Angst, wird die Frucht wahrscheinlich keine große Wirklichkeit für dich haben.
Einmal gab ich ein paar Kindern einen Korb voll Mandarinen. Er wurde herumgereicht, und jedes Kind nahm eine Frucht und hielt sie in der Hand. Wir sahen uns alle unsere Mandarine an, und die Kinder wurden gebeten, über den Ursprung der Frucht zu meditieren. Sie sahen nicht bloß die Mandarine, sondern auch die Mutter, den Mandarinenbaum. Mit ein wenig Anleitung begannen sie, sich die Blüten in Sonnenschein und Regen zu vergegenwärtigen.
Dann sahen sie Blütenblätter fallen und die winzigen grünen Früchte erscheinen. Sonnenschein und Regen wechselten sich ab, und die winzige Mandarine wuchs. Jetzt hatte sie jemand gepflückt und sie war hier. Als die Kinder das gesehen hatten, wurden sie gebeten, die Frucht langsam zu schälen und auf den feinen Sprühregen und den Duft der Mandarine zu achten. Dann konnten sie sie zum Mund führen, achtsam hineinbeißen und ganz bewusst Beschaffenheit und Geschmack der Frucht wahrnehmen, den Saft der herauslief. So aßen wir langsam.
Jedesmal, wenn du eine Mandarine betrachtest, kannst du tief in sie hineinblicken. Du kannst das ganze Universum in einer Mandarine entdecken. Du schälst sie, und du riechst sie, und das ist wunderbar. Du kannst dir Zeit lassen, wenn du eine Mandarine isst, und sehr glücklich sein.
Thich Nhat Hanh
Nichts aufdrängen lassen…
Dir nichts aufdrängen lassen – keine Werte, keine Lebensweise, die du selbst niemals wählen würdest. Nicht mitgehen auf einem Weg, der nicht dein Weg ist. Was du auch gewinnst, du verlierst mehr. Du verlierst dich selbst.
Es wagen, nein zu sagen. Dich selbst nicht verleugnen. Eventuell dich damit abfinden, dass andere enttäuscht, befremdet oder verärgert reagieren. Und wissen: Wer mich wirklich mag, tut das nicht. Wer mich wirklich mag, lässt mich tun, was ich will.
Deine eigene Wahl treffen. Deinen eigenen Weg gehen. Dein eigenes Leben leben. Standhaft und zielbewußt der Mensch sein, der du so wunderbar bist.
Hans Bouma
Wenn es dir dort…
Wenn es dir dort, wo du bist, nicht mehr gefällt, musst du diesen Platz verlassen, wenn du deine Selbstachtung wahren willst. Zwinge dich nicht in einer Umgebung zu bleiben, in der du vergisst, dass du der Schöpfer oder die Schöpferin deines Lebens bist...
Kämpfe nicht um Anerkennung, denn du bist bereits wertvoll. Löse dich aus dem Arbeitsverhältnis oder der Beziehung, in dem oder der du vergisst, wer du wirklich bist. Gib den neurotischen Kuhhandel um Liebe und Anerkennung auf und geh durch deine Ängste hindurch.
Du wirst nie deine Flügel entdecken, wenn du nicht gelernt hast, deine Arme und Beine zu gebrauchen.
Paul Ferrini